Neunauge

Kennzeichen

Der Körper des Bachneunauges ist dünn und lang, wodurch er einem Wurm ähnelt. Er besitzt weder Schuppen noch paarige Flossen. Beide Flossen seines Rückens sind verbunden miteinander. Diese Verbindung endet in einen durchgehenden Flossensaum, aus Schwanz- und Afterflosse bestehend.

Der obere Teil des Körpers schimmert über dunkelblau bis hin zu dunkelgrün. Die Flanken des Bachneunauges sind gelb-grün, während sein Bauch silbrig bis weiß eingefärbt ist.

Der Name des Bachneunauges besitzt seinen Ursprung in der Summe seiner Körperöffnungen. Es finden sich neben einer Nasenöffnung und einem Auge noch sieben Kiemenöffnungen an beiden Seiten des Tieres. Sein Maul ist kieferlos und wird als Saugmaul bezeichnet. Es verfügt über eine runde Maulscheibe.

Das Neunauge gehört mit seinen Merkmalen nicht zur Klasse der Fische, sondern zur eigenen Klasse der Rundmäuler.

Lebensraum und Lebensweise

Als Lebensraum zieht das Bachneunauge klare Bäche und Flüsse sowie reine und gut durchströmte Gräben vor. Während der Fortpflanzungszeit ziehen die Tiere in kleinen Gruppen bachaufwärts, wo sie geeignete Substrate vorfinden können. In selbst geschlagene kleine Gruben werden die Eier abgelegt. Ist die Paarung vorüber, versterben die Elterntiere. Die Larven, welche Querder“ genannt werden, schlüpfen nach wenigen Tagen. Sie haben noch keine Zähne oder Augen. Auch ihr übriges Aussehen unterscheidet sich stark von dem ihrer Eltern. Für eine Zeit lang wurden sie aus diesem Grund für eine eigenständige Tierart gehalten.

Nachdem die Querder ungefähr drei bis fünf Jahre verdeckt in humosen Sandanschwemmungen oder auch unter verrottendem Laub gelebt haben, beginnt im Spätsommer ihres letzten Larvenjahres die Veränderung hin zum erwachsenen Tier. Jetzt wachsen ihre Geschlechtsorgane sowie ihre Zähne und Augen, während sich die Verdauungsorgane langsam zurückbilden. Im darauf folgenden Frühjahr ist diese Metamorphose noch vor Beginn der Paarungszeit abgeschlossen.

Gewässerökosysteme, in denen das Bachneunauge lebt, gelten als intakt. Das Bachneunauge ist ein Indikator für eine gute bis sehr gute Wasserqualität. (Gewässergüteklasse eins bis zwei)

Nahrung

Die jungen Querder fressen Kleinstlebewesen und schwebende abgesetzte pflanzliche Abfälle, auch Detritus genannt. Wenn sie erwachsen sind, verlieren sie ihre Verdauungsorgane und nehmen auch keine Nahrung mehr zu sich. Sie sind nun reine Vermehrungsstadien.

Gefährdung

Das Bachneunauge ist gefährdet durch Gewässerverschmutzung. Gründe für diese sind Abwassereinleitungen, Nährstoffeinträge oder Verschlammungen. Auch der Gewässerausbau sowie Begradigungen, unsachgemäßer Gewässerunterhalt oder Querverbindungen bedrohen diese Tierart.