Karpfen

Kennzeichen

Die ursprüngliche Stammform des Karpfens hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Dies begründet sich in der bereits etwa 2000 Jahre andauernden Zucht des Tieres. Hier werden vier Zuchtformen unterschieden. Maßgeblich ist ihre Beschuppung.

Der Wild- und Schuppenkarpfen besitzt einen langgestreckten Körper, der vollständig beschuppt ist. Er ist hochrückig. Der Zeilkarpfen dagegen ist meist an einer Reihe großer Schuppen zu erkennen, die entlang seiner Seitenlinie führt. Er ist ebenfalls hochrückig. Auch der Spiegelkarpfen besitzt eine zusammengedrückte und folglich hochrückige Körperform. Seine Schuppen sind allerdings wenige, groß und sehr unregelmäßig verteilt. Der Leder- oder auch Nacktkarpfen besitzt sehr wenige bis keine Schuppen. Auch diese Zuchtform ist hochrückig.

Der Karpfen hat ein endständiges und weit vorstülpbares Maul. Seine vier Barteln befinden sich in den Mundwinkeln und auf der Oberlippe, wobei erstere länger und als zweites genannte kürzer ausfallen. Der Kopf dieser Fischart ist recht groß, seine Augen dagegen klein.

Gut erkennen kann man den Karpfen an seiner typischen langen Tückenflosse und der kurzen Schwanzflosse. Die Rücken- und Afterflosse verfügen über einen deutlich gesägten längsten Hartstrahl. Ein eingebuchteter Hinterrand der Schwanzflosse ist ein weiteres Merkmal.

Die Färbung des Karpfens ist sehr variabel und reicht von Brauntönen über grün bis hin zu hellgrau. Der als Zierfisch in Gartenteichen gehaltene Bunt- oder Koi Karpfen zeigt eine der vielen Farbgebungen.

Lebensraum und Lebensweise

Der Karpfen stammt ursprünglich aus Vorderasien und bevorzugt das Leben in stehenden oder nur sehr langsam fließenden Gewässern. Diese sollten zudem pflanzenreich, weichgründig und nicht zu kalt sein. Ein bevorzugter Lebensraum ist somit ein Altwässer oder ein Teich.

Die in der Donau und ihren Nebenflüssen lebende Wildform des Karpfens gilt als stark gefährdet.

Auf Nahrungssuche begibt sich diese Fischart meistens nachts. Sie ist bodenorientiert und scheu.

Fallen die Temperaturen im Winter unter 8 Grad Celsius, stellt der Karpfen seine Nahrungssuche ein. Um Winterruhe zu halten, zieht er sich dann an tiefere Stellen zurück. Um sich fortzupflanzen benötigt er Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Seine klebrigen Eier legt er an seichten und pflanzenbeständigen Stellen ab oder etwa auf überfluteten Wiesen. An den Köpfen der Larven befinden sich Klebedrüsen. Mit diesen heften sie sich an den Wasserpflanzen fest, bis der Dottersackvorrat aufgebraucht ist. Erst im Anschluss daran schwimmen sie an die Oberfläche und füllen ihre Schwimmblase mit Luft.

Nahrung

Der Karpfen ernährt sich von Insektenlarven, Würmern, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebsen, Wasserpflanzen und ab und zu auch von Anfluginsekten.

Gefährdung

Der im Flachwasser abgelegte Laich wird zum Teil durch den Verlust von Auegewässern mit ihren Überschwemmungsflächen und Pegelschwankungen in Stauhaltungen vernichtet. Ebenso stellen zu geringe Wassertemperaturen eine Gefährdung dar.